Frerich Oldewurtel

Frerich Oldewurtel

Bürgermeister Frerich Oldewurtel – ein Förderer der Esenser Vereine.

Nach dem langjährigen Kreisbrandmeister wurden Yachthafen in Bensersiel und eine Straße benannt.

Die älteren Mitbürger kennen ihn noch gut: Frerich Oldewurtel (1895 – 1976) war viele Jahrzehnte lang Ratsherr und Bür­germeister der Stadt Esens. So wurde im Jahr 2001 auch eine Straße im Neubaugebiet Hayungshauser Weg nach dem Mann benannt, der als „Diener der Allgemeinheit“, Förderer des Vereinswesens und Kommunalpolitiker durch und durch galt.

1919 trat der auf der Insel Langeoog aufgewachsene, damals 24-jährige Kaufmann Frerich Oldewurtel in Esens der Freiwilligen Feuerwehr bei, wurde 1942 Stadtbrandmeister und 1957 Kreisbrandmeister. Für seine Verdienste wurde er nach Erreichen der Altersgrenze zum Ehrenkreisbrandmeister ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er in der Kommunalpolitik aktiv, als er 1948 in den Rat der Stadt Esens und 1952 in den Kreistag des Landkreises Wittmund gewählt wurde. 1955 wählte ihn die Ratsversammlung der Bärenstadt zum Ersten Beige­ordneten und im März 1961 zu ihrem Vorsitzenden und Bürger­meister. Dieses Amt führte er bis 1972 aus und wurde dann vom Stadtrat, dem er wie dem Kreistag bis zuletzt angehörte, zum Ehren­bürgermeister ernannt.

Auch als Ehrenbürgermeister blieb Frerich Oldewurtel CDU-Ratsherr, und zwar im 1972 neu gegründeten Samtgemeinderat. Er starb nach längerer Krankheit am 10. Oktober 1976 im Alter von 81 Jahren.

„Frerich Oldewurtel hat sein Amt als Bürgermeister stets sehr ernst genommen, seine Stadt nach innen und außen mit Würde reprä­sentiert und mit seinem damaligen Verwaltungschef Ewald Neemann die Esenser Interessen, wo es er­forderlich war, mit Entschieden­heit vertreten. Seine Bedeutung lag vor allem in seinem ausglei­chenden Wesen. Er war ein im be­sten Sinne konservativer Bürger­meister, der auch andere Meinun­gen tolerierte, wenn es darum ging, den Bemühungen um Ver­besserung der Lebensbedingun­gen der Bürger gerecht zu wer­den“, hieß es damals im Nachruf im „Harlinger“.

In seiner Freizeit erholte sich Oldewurtel beim Wassersport, den er bis ins hohe Alter hinein ausübte. Aber auch hier stand für ihn das Allgemeinwohl in vorder­ster Linie. Er gründete den Segler­verein Harlebucht, dessen Vorsit­zender er bis zuletzt war, und sorgte für den Bau des herrlichen Yachthafens in Bensersiel, den seine Seglerkameraden in Anerkennung seiner jahrelangen Bemühungen um diese Anlage „Frerichshafen“ nannten.

Der Bürgermeister galt jahr­zehntelang als Förderer des Ver­einslebens in der Bärenstadt. Mitglied war Oldewurtel auch drei Jahrzehnte lang im Harlinger Reitercorps, mehr als 65 Jahre im Turn- und Sportverein Esens (in der Jugend aktiver Teilnehmer der Turnerriege) und in der Schützencompagnie, der er 1920 erstmals und nach dem Krieg dann nochmals beitrat. 1966 wurde er mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Schützenbundes aus­gezeichnet. Sein Einsatz für die Feuerwehr ist durch die Rettungs­medaille, die goldene Ehrennadel der Feuerwehr und das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Silber anerkannt worden. Von 1972 bis 1976 saß er im Verbandsausschuss der Sielacht Esens, fun­gierte lange Jahre als Vorsitzender des Vereins der Brennmaterialienhändler für den Landkreis Wittmund.

„Frerich Oldewurtel war ein Mann des Ausgleichs, der auch andere Meinungen tolerierte. Als gebürtiger Esenser trat er mit viel Erfolg für die Interessen der Stadt und der Samtgemeinde ein und bestätigte sich nicht nur als Kom­munalpolitiker auf Gemeinde-und Kreisebene. Er war auch ein eifriger Förderer des Vereinsle­bens. Sein unermüdlicher Einsatz für die Allgemeinheit wurde mit der Verleihung des Bundesver­dienstkreuzes gewürdigt“, schrie­ben der damalige Samtgemeinde­bürgermeister Johannes Eden, Stadtbürgermeister Werner Schmidt und Samtgemeinde- und Stadtdirektor Bernard Thüer.

ET: 27. März 2002