Balthasar von Esens

Balthasar von Esens, genannt „Junker Balthasar“, war von 1522 bis zu seinem Tod im Jahre 1540 Häuptling der ostfriesischen Herrlichkeiten Esens, Wittmund und Stedesdorf und damit Herrscher des Harlingerlandes. Er soll der Stadt angeblich im Jahr 1527 die Stadtrechte verliehen haben, was aber historisch nicht belegt ist. Auch rechnet man ihm hoch an, dass er die Unabhängigkeit des Harlingerlandes auf lange Zeit bewahren konnte. Für seine Kritiker war Balthasar dagegen ein Seeräuber und Schurke, der jede Gelegenheit nutzte, um sich an seinen Nachbarn zu bereichern, sich an keine Vereinbarung hielt und an Querulanz und Eigensinn seinesgleichen suchte.

Junker Balthasar lehnte sich gegen die Bremer Kaufleute und die Hanse auf. Laut einer Legende brachten die Bremer deshalb nach Ende des Krieges seine Rüstung als Kriegstrophäe in den Schütting, den Versammlungsort der Bremer Kaufleute. Dort stellten sie den Harnisch mit einem Mechanismus versehen dergestalt auf, dass immer wenn jemand den großen Saal des Hauses über eine bestimmte Treppe betrat, die Rüstung ihr Visier öffnete und eine Hand zum Gruß hob. So sollte Balthasar von Esens noch über den Tod hinaus den Bremern Respekt erweisen. Dieser „Complimentarius“ genannte Salutierautomat stand bis Anfang des 19. Jahrhunderts im Schütting und kam dann über verschiedene Zwischenstationen ins heutige Focke-Museum.

Quelle Text: Adalbert Oldewurtel

www.focke-museum.de

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