Weltnaturerbe Wattenmeer
Das UNESCO-Welterbekomitee hat das Wattenmeer von der holländischen Insel Texel bis nach Sylt in die Liste der Kultur-und Naturerben aufgenommen. Das entschied das Gremium im Juni 2009 in Sevilla. Das Gebiet sei ein einzigartiges Ökosystem mit einer besonderen Artenvielfalt. Unser Wattenmeer steht nun in einer Reihe von weltweit 160 weiteren Naturwundern wie dem Great Barrier Riff in Australien oder dem Grand Canyon in den USA. Seit 1986 ist das Wattenmeer vor der niedersächsischen Nordseeküste als Nationalpark geschützt. Mit der Novelle des Nationalparkgesetzes vom Juli 2001 wurde die Fläche auf ca. 280.000 Hektar erweitert. Das Niedersächsische Wattenmeer ist Lebensraum unzähliger Tiere und Pflanzen, darunter die Silbermöwe. Sie gehört zu einem Nordseeurlaub wie Sonne, Sand und Meer und ist neben Krabbenkutter und Leuchtturm wohl das bekannteste Fotomotiv. Schon am Hafen erwartet sie mit ihrem Triumphgeschrei den Besucher, begleitet ihn als hervorragender Segelflieger auf der Fährfahrt zu den Insel und bettelt am Strandkorb um Futter. Überhaupt scheint der Nahrungserwerb im Leben einer Silbermöwe eine besondere Rolle zu spielen. Während die vielen Wattvögel „still und friedlich“ im Nationalpark der Futtersuche nachgehen, geht es bei „Silbermöwens“ oft laut und aggressiv zu, immer auf der Lauer nach einem schnellen Happen. Das fängt schon bei den Jungvögeln an. So sieht der charakteristische gelbe Schnabel der Altvögel mit dem roten Punkt nicht nur schön aus, sondern hat auch eine ganz praktische Funktion: Kommt ein Altvogel zum Nest, pickt der Jungvogel mit seinem Schnabel gegen den roten Fleck, worauf der Altvogel das mitgebrachte Futter auswürgt. Bei den Altvögel gibt es ebenfalls ideenreiche Formen des Nahrungserwerbs. Die dreisteste ist es, andere Vögel, aber auch die eigenen Artgenossen und manchmal auch Urlauber so lange zu attackieren, bis diese ihre Leckerbissen fallen lassen.

Und falls Sie einmal eine Silbermöwe dabei beobachten, wie sie im Watt auf der Stelle steht und mit den Füßen trampelt, so dient auch das der Ernährung. Durch rhythmisches Trampeln im seicht überfluteten Watt werden Kleintiere frei gespült und können dann aufgefressen werden.

Auch einem anderen Artgenossen ist wohl jeder Strandwanderer schon mal begegnet: den bis zu handteller-großen Krebsen, besser bekannt als Strandkrabbe.

Text: Adalbert Oldewurtel



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